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Vita der Künstler

"Sich ein Bild machen,
 eine Anschauung haben,
 macht uns zu Menschen".

   Zitat: Gerhard Richter



BERND LÜDERS


In Potsdam, in dem klassizistisch-barocken Kunstpalast, dem "Museum Barberini" begegnete ich zum ersten Mal Herr Gerhard Richter und seinen Bildern. Augenblicklich war ich faziniert und wusste, diese Art zu malen, die Raketechnik passt bestens zusammen mit meinen Bauhausgedanken der reduzierten Techniken. Ich gründete mein "Keller-Atelier" nicht weil ich unterirdisch gute oder schlechte Kunst schaffen wollte, sondern hier  war mein Reich, hier hatte ich genügend Platz und die erforderliche  Ruhe mich mit all dem, was mich so  interessierte auseinader zu setzen. Der Restauration  klassischer Segelboote  und ihrer Riggs und Innenausrüstung. Dem herstellen von Bootsmodellen und Skulpturen. Der Verkupferungen von Pflanzen und der in Wachs hergestellten kleinen Kunstwerken. Dem erstellen von Videofilmen und dem Schreiben kurzer Geschichten und Erlebnissen, so wie dem ungestörten hören von  beflügelnder Musik. 

Hier setzte ich mich mit den unterschiedlichen Malstilen, Maltechniken und Kunstrichtungen auseinander. Ich erlernten die Farblehre, die Bildgestaltung, das Wissen über Farben, die unterschiedlichen Malwerkzeuge und Leinwände. All das, was ich studierte, vermerkte ich in meiner "kleinen Malfibel". Was keinen praxisbezogenen Bestand hatte flog raus, was funktionierte wurde übernommen. Bilder die mir nicht gefielen wurden so lange übermalt, bis sie meinen Vorstellungen entsprachen. Leinwände waren für meine Technik kein idealer Untergrund, sie waren zu nachgiebig. Also baute ich Malgründe aus einer Holzplatte und einem Holzrahmen selbst. Interessant dabei war, das die gewisse Rauheit und Grobheit der Rahmen gut zu meinen Motiven passte. Ich malte nicht mit Pinseln und Farbrollen, ich bringe die Farben mit selbst gefertigten Rakeln auf. Bei dieser Technik spielt der Zufall eine große Rolle. Meine Bilder lassen sich nicht durchplanen. Sie sind spannend durch die Vielzahl ihrer Farben, die Farbüberlag-erungen, die Farbverläufe und Vermischungen, deren Willkür meine Bilder prägen. Es werden Farbschicht für Farbschicht und Strukturen aufgetragen. Bereits vorhandene werden durch neue überlagert und bestehende durch teilweise Reduzierungen wieder freigelegt. Sie decken ab, reißen auf und geben den Untergrund wieder frei. Schlussendlich bleibt von den bis zu zwanzig Farbaufträgen nicht mehr als eine Ahnung übrig. Diese Arbeitsprozesse zeichnen,  durch ihre Farbdichte und Tiefenwirkung, meine aufwändige Bildsprache aus. 

Wichtig für mich ist es, dass ich in der abstrakten Malerei meine Gefühle frei und uneingeschränkt
 ausdrücken kann. Dieses ist mir  in der gegenständlichen Malerei nicht möglich.  Wenn meine Bilder, die Wahrnehmung der Betrachter berühren, haben sie ihre Botschaft erfüllt. Mein wichtigstes Thema ist die außerordentlich Belastung der Ostsee durch versenkte Kriegsmunition  und der Gefahren die davon ausgeht.

 

"Abstrakte Kunst engt nicht ein.

  Abstrakte Kunst begrenzt nicht.

  Abstrakte Kunst gibt mir Freiheit!"

      

BERND LÜDERS

        

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